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AktivistInnen blockieren Kohlekraftwerk für mehr als 48 Stunden

Das Bündnis „Ende Gelände“ kündigte alle Aktionen im Vorfeld an, das Ziel war klar. So lange wie möglich sollte der Kohletagere Wolzow Süd und das Kohlekraftwerk „Schwarze Pumpe“ blockiert und besetzt werden. Dafür trafen sich Wochenende vom 13.-15. Mai mehrere tausend Menschen in der Lausitz (Brandenburg). Die ersten Aktionen starteten am Freitag, als drei sogenannte „Finger“, eine größere Gruppe von Menschen, sich in verschiedene Richtungen aufmachten, um strategisch wichtige Infrastruktur zu besetzen. Zwei Finger bewegten sich direkt in den Tagebau, der andere Finger besetzte den zentralen Verladebahnhof des Betreibers Vattenfall. Die Polizei hatte im Vorfeld eine deeskalative Strategie angekündigt. So gelangten die AktivistInnen ohne Behinderungen an ihre Ziele; der Werksschutz von Vattenfall ging ebenfalls nicht gegen die BesetzerInnen vor. Lediglich am Abend kam es zu einem kurzen Pfefferspray Einsatz.

Am zweiten Tag richteten sich die AktivistInnen ihren Blick in Richtung des Kohlekraftwerks „Schwarze Pumpe“. Mehrere Finger machten sich in der Früh auf, das Kraftwerk von der weiteren Kohlezufuhr abzuschneiden und zwang die Betreiber damit, einen Kraftwerksblock komplett abzuschalten und den anderen auf bis zu 20 Prozent der üblichen Leistung herunterzufahren. Am Nachmittag drang mehrere hundert AktivistInnen auf das Kraftwerksgelände vor. Eine völlig überraschte Polizei regierte hier zum ersten und einzigen Mal kurzeitig hart und setzte mit voller Gewalt Schlagstock und Pfefferspray ein. Zwei Personen wurden verletzt.

Am Abend kam es zu Anfeindungen der lokalen Bevölkerung. Eine Gruppe von 200-300 Personen versammelte sich vor der besetzten Eisenbahnbrücke, beschimpfte und bedrohte die AktivistInnen. Zwei Böller wurden auf die Brücke geschmissen. Die Personen nahmen zuvor an einer Kundgebung bei, zu der Vattenfall mit werkseigenen Fahrzeugen Personen herbeischaffte. An anderer Stelle wurde eine angemeldete Mahnwache gestürmt und verwüstet. In der Nacht tauchten immer wieder vereinzelte Gruppen auf, und drohten Gewalt an. Zu Übergriffen komm es jedoch nicht mehr.

Am Sonntag waren keine Aktionen mehr geplant und gegen 15 Uhr wurden die Blockadepunkte nach und nach aufgegeben. Die Polizeikräfte mussten lediglich eine kleine Personengruppe und an die Schienen gekettete Personen von den Gleisen bringen und deren Personalien aufnehmen. Alle andere BesetzerInnen konnten ohne polizeiliche Maßnahmen die Gleise verlassen.