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Dieser Text ist zur Begleitung meiner Ausstellung, die ich zusammen mit 24mmjournalism organisiert habe.

Idomeni – dieses Wort stand Anfang des Jahres wie kein anderes für die Dimension, welche die Flüchtlingskrise erreicht hatte. Noch heute steht das Lager bei vielen sinnbildlich für das Chaos, das Elend und die Hoffnungslosigkeit der Refugees während ihrer Flucht ausgesetzt sind.

Ende April machte ich mich auf den Weg, um mir selber ein Bild von der Lage zu machen. Continue reading ›

Als Highlight einer ereignisreichen und erfolgreichen Saison spielte der ESV Neuaubing, Bayerns erste Refugee-Mannschaft im regulären Fußball-Spielbetrieb gegen die SpVgg Unterhaching. Als wäre das nichts schon genug, wurde die Partie live im Fernsehen übertragen.

Zwar fiel die Partie erwartungsgemäß zweistellig aus – ein 2:15 bei acht Spielklassen Unterschied – doch die Freude der Spieler war dadurch nicht gebrochen. Die mehrere hundert Menschen, die an einem milden Dienstagabend auf die Anlage an der Papinstraße kam und konnten ein dennoch munteres Spiel erleben. Mit von der Partie waren auch die ESV Ultras, die die Mannschaft immer wieder nach vorne trieben, bis am Ende endlich zwei Treffen erzielt werden konnten.

Die Galerie: Continue reading ›

AktivistInnen blockieren Kohlekraftwerk für mehr als 48 Stunden

Das Bündnis „Ende Gelände“ kündigte alle Aktionen im Vorfeld an, das Ziel war klar. So lange wie möglich sollte der Kohletagere Wolzow Süd und das Kohlekraftwerk „Schwarze Pumpe“ blockiert und besetzt werden. Dafür trafen sich Wochenende vom 13.-15. Mai mehrere tausend Menschen in der Lausitz (Brandenburg). Die ersten Aktionen starteten am Freitag, als drei sogenannte „Finger“, eine größere Gruppe von Menschen, sich in verschiedene Richtungen aufmachten, um strategisch wichtige Infrastruktur zu besetzen. Zwei Finger bewegten sich direkt in den Tagebau, der andere Finger besetzte den zentralen Verladebahnhof des Betreibers Vattenfall. Die Polizei hatte im Vorfeld eine deeskalative Strategie angekündigt. So gelangten die AktivistInnen ohne Behinderungen an ihre Ziele; der Werksschutz von Vattenfall ging ebenfalls nicht gegen die BesetzerInnen vor. Lediglich am Abend kam es zu einem kurzen Pfefferspray Einsatz. Continue reading ›

For a description in English, French and Dari see below.

Wir leben in einer Welt, die in Bewegung ist. Menschen machen sich auf den Weg. Als Bürger der Europäischen Union ist das ohne Grenzen möglich, junge Menschen können ohne Probleme woanders arbeiten, Urlaub machen oder die Welt entdecken.
Menschen aus anderen Ländern hingegen sind gefangen zwischen Krieg und Grenzzaun.

Wir wollen nicht nur auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam machen, sondern die Gelegenheit nutzen, auch die Grenzen, die sich durch unseren Alltag ziehen, einzureißen. Die Ausstellung soll als Rahmen für ein gegenseitiges Kennenlernen des vermeintlich fremden Gegenübers bieten. Denn wie oft überschneidet sich das Leben eines „Münchners“ und das eines „Flüchtlings“? Gar nicht. Wir finden, das kann nicht sein. Wir sind nicht Münchner, Deutsche, Kurden, Afghanen, Flüchtlinge, Somalier, Syrer, Amerikaner, Spanier oder Albaner. An erster Stelle sind wir Menschen und es wird Zeit uns endlich mal bei gutem Essen, guter Musik und guter Laune kennen und verstehen zu lernen.

Die Veranstaltung wurde organisiert von Lisa Dietrich und Leo Simon
Jointly organised by Lisa Dietrich and Leo Simon  

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AfD Kundgebung in Erfurt am 16. März 2016

Nach den Landtagswahlen vom Wochenende rief die AfD Thüringen in Erfurt unter dem Motto „Flagge zeigen gegen den Asyl-Wahnsinn!“ zur Kundgebung mit Marsch zum thüringischen Landtag. Mit Spannung wurde dabei insbesondere die Rede des AfD Fraktionschef Björn Höcke erwartet worden. Gegenprotest hatte sich ebenfalls angekündigt. Continue reading ›

Seit über einem Jahr marschiert PEGIDA nun durch München. Seitdem sich die Asyldebatte in Deutschland verschärft hat, ist die Zahl der Teilnehmende bei PEGIDA wieder gestiegen und hat sich auf grob geschätzt 200 eingependelt. Das Publikum bestand aus immer den gleichen Personen, etwa 10-20 Prozent sind dem eindeutig Nationalsozialistischem Lager zuzurechnen und sonst bestehen die Kundgebungen aus überwiegend älteren Personen, deren Gedankengut gefährlich ist, die allerdings sonst nicht weiter auffällig sind und wohl auch keiner weiteren Vereinigung angehören.

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Der ESV Neuaubing hat die erste Flüchtlingsmannschaft Bayerns gegründet. Porträt eines Fußballvereins mit außergewöhnlichen Trainern.

Durch die geöffneten Türen der Sporthalle dringt lautes Rufen und Quietschen von Hallenschuhen auf Hallenboden, immer wieder ein dumpfes Geräusch. Der typische Geruch einer Mehrzweckhalle. Einige Spieler sitzen gegen die Wand gelehnt und schauen dem Rest beim Spielen zu. Es herrscht konzentrierte Stimmung. Die Herren-Fußballmannschaft des ESV Sportfreunde München-Neuaubing hat zum Turnier geladen und mittendrin die beiden Trainer, ohne die hier niemand spielen würde. Schwitzend und beim Tore schießen.
Sommer 2016. Ankommende Flüchtlinge wirbeln die politische Landschaft durcheinander. Es ist der Sommer in dem Olaf Butterbrod und Christian Brey den ESV Neuaubing dazu bringen, als erster Verein in Bayern eine Mannschaft zum regulären Spielbetrieb anzumelden. Eine Mannschaft, die überwiegend aus Flüchtlingen besteht. Eine große Aufgabe für den Verein, aber auch für die beiden Trainer. Continue reading ›

Fotoausstellung 03.11- 09.11.2015

Seit nunmehr einem Jahr marschieren den Montag die von Lutz Bachmann im Oktober 2014 in Dresden gegründeten „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“(PEGIDA) durch die Städte Deutschlands.

Unter dem Deckmantel vermeintlicher „Asylkritiker“ demonstrieren plötzlich „besorgte Bürger“ Hand in Hand mit bekannten Neonazis und rechten Gewalttätern – seit Januar 2015 auch in München. Die rassistische „Bürgerbewegung“ befindet sich seit ihrem Anfang im dauerhaften Wandel und hat sich zunehmend radikalisiert. Continue reading ›

Alireza, 21, Spieler des ESV Neuaubing und die drohende Abschiebung

Noch im Sommer konnte sich Mohammed Riza Hossini, von allen nur „Alireza“ genannt, freuen: „Wir haben hier Freunde gefunden, das ist super!“ durfte er „Hallo München“ über seine Zeit beim ESV Neuaubing erzählen.

Seit fünf Jahren ist Alireza in Deutschland, mit 16 Jahren ist er aus Afghanistan geflohen. Er ist wohl das, was gemeinhin ein „vollintegrierter Flüchtling“ genannt wird. Er spielt Fußball, hat eine Freundin, spricht perfektes Deutsch, lebt eigenständig und zahlt regelmäßig Steuern. Und trotzdem: Ende Oktober droht seine Abschiebung. Eine Abschiebung in ein Land, das gerade wieder in Chaos zu versinken droht. Der kommende Frühling dürfte eine neue Offensive der Taliban dem Land bringen. Continue reading ›

Der erste Tag beim Open Border Kongress in den Münchner Kammerspielen

„Die CSU scheint eine Art Deutsch-Guantanamo an den Grenzen zu wollen!“ Mit diesen markigen Worten von Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung, eröffnete am Freitag, 16. Oktober 2015, den „Open Border Kongress“ in den Münchner Kammerspielen. Continue reading ›