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Garmisch-Partenkirchen läuft sich warm

Nach der Großdemonstration am Donnerstag in München, verlagert sich die Aufmerksamkeit langsam Richtung Elmau und Garmisch-Partenkirchen. Immer mehr TeilnehmerInnen rund um den G7 Gipfel, Offizielle, Beamte und Protestierende machen sich auf den Weg und füllen das beschaulichen Alpendorf.

Ein erstes Kräftemessen von Polizei und Demonstranten gab es Freitag Mittag. Nach Angaben des Bündnisses „Stop G7 Elmau“ machten sich knapp 400 Menschen aus dem Protestcamp auf, um vor dem Marshall-Center gegen „Kriegstreiberei“ zu demonstrieren. Bei gleißender Hitze war die Stimmung ausgesprochen gut, erst gegen Ende wurde es hitziger. Selbst als die Menge vor dem Gebäude der US-Stiftung einen Panzer aus Pappe und Styropor entzündete, hielten sich die zahlreichen Beamten im Hintergrund, zur Freude der vielen PressevertretInnen – sogar ein Amerikanischer Sender war mit live-Berichterstattung vor Ort und kommentierte den brennenden Panzer vor laufender Kamera – etwas Brennendes liefert schließlich immer gute Bilder.

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Der anschließende Zug zurück wurde dann sehr dicht und in doppelter Mannschaftsstärke begleitet. Immer wieder wieder kam es zu kleineren Reibereien, bis dann vor der Kirche die Situation etwas außer Kontrolle geriet. Die Beamtenzahl wurde noch einmal erhöht, es kam aber nur zu einem Gerangel zwischen den hinter Transparenten Versteckten und den mittlerweile behelmten Polizeikräften. Nachdem sich die Situation beruhigt hatte, konnte der Zug weiterziehen und schließlich auch ohne polizeiliche Begleitung in das Camp einziehen. Festnahmen gab es dabei keine.

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Die Linie der Einsatzkräfte, die im Vorfeld auch immer wieder angekündigt wurde, konnte sich hier gut beobachten. In einem engen Rahmen wurde freie Hand gelassen, Einschüchterung und hartes Durchgreifen im Ernstfall konsequent durchgezogen

Positiv soll an dieser Stelle dennoch erwähnt werden, dass sich die Situation am Camp erstaunlich entspannt darstellt. Selbst die Kräfte vor Ort, gut als „Kommunikationsteam“ zu erkennen, sind sichtlich darum bemüht eine gute Stimmung zu erzeugen. Im Gespräch wurde dann noch von einigen kollabierten Polizisten berichtet, gerade jüngere Kollegen seien oftmals der Hitze nicht gewachsen, nähmen nicht genug Flüssigkeit zu sich. Dem versucht die Einsatzleitung mit einem häufigen Wechsel der eingesetzten Kräften direkt vor Ort entgegen zu wirken.

Hoffentlich bleibt die Stimmung weiterhin so entspannt, die morgige Demonstration dürfte hingegen deutlich größer werden.

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