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Der Weg über die Türkei nach Griechenland in den letzten Tagen versperrt, war zu hören. Wir spüren es, kaum noch Refugees kommen nach Preshevo. Zeit etwas aufzuräumen, die Bestehende Kapazitäten zu erweitern, sich etwas auszuruhen.

Die Gitter, die gestern den nach Angaben des örtlichen UNHCR Koordinators den mehr als 10.000 Menschen den Weg durch den kleinen Ort gebahnt haben, sind zur Seite geräumt, nur noch eine kleine Gasse bleibt und zeigt den Weg in Richtung der Registrierungsstelle. Das Gelände dieser ist weitläufig, es gibt Zelte für Teeausgabe, Essensausgabe, einen kleinen Kindergarten und eine Medizinstation, sowie weitere Zelte um kurze innezuhalten. Als wir am Morgen ankommen, muss eine alte Fabrikhalle hergerichtet werden. Über 500 Klappbetten wurden angeliefert, das UNHCR hat weitere Großraumzelte geschickt. Auspacken, aufbauen noch nicht. Derweil Zeit über den enormen Koordinationsaufwand nachzudenken, der angestellt wird. Tausende von Menschen, die sich mit dem Lösen des Problems kümmern, meist sehr schleppend und nervenaufreibend, nicht wirklich immer effektiv sicherlich, und es sind noch immer viel zu wenig. Viele der Volunteers, die wir getroffen haben, kennen wir schon aus Kroatien, eine Handvoll Menschen, die versuchen dort auf dem Balkan zu helfen, wo es am meisten brennt, fast unmöglich, das zu stemmen. Wobei vieler Orts nicht die Freiwilligen das Problem sind, sondern die Behörden, die deren Arbeit stark einschränken und behindern. Oder passiv behindern. Zum Beispiel die vielen Soldaten, die in dem kleinen Ort an der Grenze zu Mazedonien rumhängen. Mit geladenen Maschienengewehren oder lässig einer Kippe im Mund lungern ein paar Dutzend Soldaten in ihren Fahrzeugen herum, während freiwillige Helfer*innen mit begrenzten Kapazitäten Betten und Zeltstangen schleppen. Es würde so viel einfacher gehen, wenn alle verfügbaren Kräfte anpacken würden.

Ein Frau besteigt den Bus nach Presehevo.
Ein Frau besteigt den Bus nach Presehevo.

Ein paar Refugees kommen dann doch noch an. Wir verfolgend deren Weg, machen uns direkt auf an die Serbisch-Mazedonische Grenze. Hier wieder Soldaten, ein nach Mazedonien gerichteter Panzer. Ein Helfer vom Roten Kreuz erklärt uns, wir dürften uns hier nicht aufhalten, militärisches Sperrgebiet, fotografieren verboten. Warum ein Gebiet, das sich rein äußerlich nicht wesentlich durch die anderen zwei Kilometer, die es zum nächstgelegen Ort sind, unterschiedet, plötzlich so besonders sein soll, will sich mir nicht ganz erschließen.
Hier stehen ein paar Zelte, fein säuberlich aufgereiht. Außerdem Toiletten und eine Taschenscanner, wir wir ihn vom Flughafen kennen. Hier kommen die Refugees aus Mazedonien an. über eine Staubige Straße geht es in Serbien dann zu Fuß die nächsten Kilometer in das erste Dorf nach der Grenze, Miratovac. Hier wieder Helfer*innen und ein Shuttlebus nach Preshevo. Die Helfer*innen hier sind gut organisiert, zwei Lastwagenladungen voll Essen haben sie mitgebracht aus Belgrad.

Presove-55

Das Problem bei den freiwilligen Helfer*innen ist immer, das die Fluktuation sehr groß ist, nur wenige bleiben für länger, viele haben nur wenig Zeit. Es gibt auch nur wenig absprachen zwischen die unterschiedlichen Gruppen, viele arbeiten vor sich hin, ohne das das große Ganze im Blick gehalten wird und Kapazitäten sinnvoll dahin gelegt werden, wo es gerade nötig ist. Irgendwie klappt es dann meistens trotzdem.

Helfer*innen im Jugendzentrum von Preshevo, wo das provisorische Lager für Freiwille eingerichtet worden ist.
Helfer*innen im Jugendzentrum von Preshevo, wo das provisorische Lager für Freiwille eingerichtet worden ist.

Am Abend mach wir uns dann auch wieder auf, es geht wieder nach Mazedonien, diesmal an die griechische Grenze, Grevelija.